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ZFler startet Spendenaktion für junge Erdbebenopfer in der Türkei

  • 21 Kasım 2023
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Zerrissene Familien, zerstörte Existenzen: Das Erdbeben in der Türkei hat Spuren hinterlassen. Das Alevitische Bildungswerk Ravensburg will helfen – und bittet um Unterstützung.

Seit mehr als einem halben Jahr leben die Opfer des Erdbebens in Zelt- oder Containerlagern. Weil viele Kinder keine geschützten Räume haben, in denen sie sich aufhalten können, lässt das Alevitische Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg mit Geldspenden des Vereins „ZF hilft“ einen Container bauen. Dieser soll als Kindergarten dienen. (Foto: Alevitisches Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg)

Hasan Ögütcü, ZF–Mitarbeiter und Mitglied des Vereins Alevitische Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg, ist von der Nachricht über das schwere Erdbeben im türkisch–syrischen Grenzgebiet mit mehr als 50.000 Toten schwer erschüttert worden. Auch mehr als ein halbes Jahr später kämpfen Millionen von Menschen mit den Folgen der Naturkatastrophe.

„Als ich dieses unbeschreibliche Leid gesehen habe, konnte ich nachts nicht mehr schlafen“, erzählt Hasan Ögütcü. Sein Verein veranstaltet in Deutschland wissenschaftliche Symposien, koordinierte beim Bundesprojekt „Demokratie Leben“ als Fachstelle im Bodenseekreis bereits mehr als 50 Projekte. Nun möchten die Vereinsmitglieder die Erdbebenopfer in der Türkei unterstützen. Dafür sind sie auf Spenden angewiesen.

Die Folgen des schweren Erdbebens in der Türkei Anfang des Jahres begegnen den Menschen in der Provinz Hatay alltäglich. Viele Schäden sind noch nicht beseitigt worden. (Foto: Alevitisches Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg )

”In der türkischen Provinz Hatay sind noch immer 312.000 Häuser unbewohnbar. Lediglich 200.000 Häuser wurden vom Schutt befreit“, sagt Hasan Ögütcü. Die Menschen lebten seither in Zelt– oder Containerlagern. „Bei dieser Anzahl an kaputten Häusern und dem aktuellen Tempo der Aufräumarbeiten dauert es noch mindestens zehn Jahre, bis die Menschen wieder in ihre Häuser einziehen können“, ist er sich sicher.

 

Verein „ZF hilft“ spendet große Summe für Bau eines Kindergarten–Containers

„Die Menschen dort sind teilweise sehr unzufrieden, was das Thema Schnelligkeit angeht“, verrät der ZF–Mitarbeiter. Und dann gebe es da noch die finanzielle Lage in der Türkei. Hasan Ögütcü ist überzeugt: „Ohne Spenden von außen würden die Leute noch viel länger in ihren Zelten leben.“

Der ZFler Hasan Ögütcü setzt sich mit seinem Verein Alevitisches Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg für junge Erdbebenopfer in der türkischen Provinz Hatay ein. Dazu vermittelt er Patenschaften nach Deutschland. (Foto: Hasan Ögütcü)

Mittlerweile sammelt das Alevitische Bildungswerk Ravensburg Geldspenden. Diese können direkt an die notdürftigen Personen überwiesen werden — ohne dass Menschen von außen eingreifen, sagt Hasan Ögütcü.

Der Verein „ZF hilft“ hat sich bereits an einer Spendenaktion beteiligt — und eine Summe von 11.704 Euro für die Erdbebenhilfe an das Alevitische Bildungswerk übergeben. Mittels dieser finanziellen Unterstützung konnte ein Wohncontainer in Auftrag gegeben werden, der künftig als Kindergarten für vom Erdbeben betroffene Kinder dienen soll.

Kinderfreundliche Gestaltung

„Bevor wir den Container bauen ließen, hatten sie keine Chance, in einem Gebäude zusammenzukommen“, erklärt Hasan Ögütcü. Bilder vom Fortschritt des Containerbaus lässt er sich täglich über das Handy zuschicken. Türen und Fenster sind mittlerweile eingebaut, der Innenbereich ist fertiggestellt, eine Klimaanlage montiert. Nun muss der neue Kindergarten nur noch kinderfreundlich gestaltet werden.

Der Innenbereich des Containers ist fertig. Nächster Schritt: Eine kinderfreundliche Gestaltung. (Foto: Alevitisches Bildungswerk Sah Ibrahim Veli Ravensburg )

„Schon in der Antike gab es in dieser Region Erdbeben, in denen ganze Städte verschwunden sind. Man hätte die Bevölkerung sensibilisieren und sicherer bauen müssen“, sagt Hasan Ögütcü. Diese Versäumnisse kosteten unzähligen Menschen das Leben. „Zwei Studentinnen und ihr achtjähriger Bruder haben beide Eltern durch das Erdbeben verloren. Eines der Mädchen war drei Tage lang unter den Trümmern begraben, bevor sie gefunden wurde“, erzählt er.

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